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Suhl

Suhl ist eine Stadt in Thüringen, Deutschland, die 50 Kilometer SW von Erfurt, 110 Kilometer NE von Würzburg und 130 Kilometer N von Nürnberg liegt. Mit 37.000 Einwohnern ist er der kleinste der sechs Stadtteile Thüringens. Suhl bildet zusammen mit der nördlichen Nachbarstadt Zella-Mehlis das größte Stadtgebiet im Thüringer Wald mit 46.000 Einwohnern. Bis zu 1.000 Meter hohe Berge prägen die Region um Suhl, darunter der höchste Berg Thüringens, der Große Beerberg (983 m), etwa 5 Kilometer nordwestlich der Innenstadt.

Suhl wurde 1318 erstmals erwähnt und blieb eine kleine Bergbau- und Metallarbeitsstadt, bis Ende des 19. Jahrhunderts die Industrialisierung einsetzte und Suhl zu einem Zentrum der deutschen Rüstungsproduktion wurde, die sich auf Gewehre und Gewehre mit Firmen wie Sauer & Sohn spezialisierte. Darüber hinaus war der Maschinenbau in Suhl mit Simson, einem bekannten Auto- und Mopedhersteller, angesiedelt. 1952 wurde Suhl zu einer der 14 ostdeutschen Kreisstädte, was zu einer staatlich gelenkten Phase des Städtebaus und der Stadtumwandlung führte. Die Ergebnisse - ein typisches, mit Betonarchitektur versehenes Stadtzentrum aus den 1960er Jahren - prägen die Gegenwart. Mit dem Verlust der Verwaltungs- und Industriefunktionen erlebte Suhl ab 1990 eine anhaltende Phase des urbanen Niedergangs.
Obwohl erstmals 1318 in einer Urkunde erwähnt, erwähnten mehrere Einträge in den Annalen der Abtei Fulda bereits zwischen 900 und 1155 n. Chr. einen Ort namens Sulaha. Das Wappen von 1365 zeigt zwei Hämmer, die auf die wichtigste Lebensgrundlage der Stadt hinweisen: die Metallverarbeitung. Das Gebiet gehörte seit dem 11. Jahrhundert zu den Gebieten der fränkischen Grafen von Henneberg. Suhl lag an einer wichtigen Handelsroute von Gotha, Erfurt und Arnstadt über den Thüringer Wald bei Oberhof und weiter zur Residenz Henneberg, Schleusingen.

Ab 1500 gehörte das Land Henneberg zum Fränkischen Kreis des Heiligen Römischen Reiches. Suhl ist seit 1445 eine Fleckenstadt und erhielt 1527 das volle Stadtrecht und ist damit eine der jüngsten Städte im heutigen Thüringen. Der Eisenerzbergbau schuf die Grundlage für die Entwicklung von Suhl als Zentrum des Büchsenmacherhandwerks.

Die Reformation wurde 1544 eingeführt. Von 1553 bis Ende des 17. Jahrhunderts fanden in der Gegend mehrere Hexenjagden statt. Als 1583 die Henneberger Grafen ausstarben, ging Suhl an die Wettiner Kurfürsten von Sachsen über, wo es bis 1815 blieb. Im Gegensatz zu den meisten heutigen Thüringen gehörte sie nicht zur Ernestinischen Linie der Wettins, sondern zum Albertinischen Kadettenzweig von Sachsen-Zeitz von 1660, so dass sie fast 300 Jahre lang eine sächsische und später preußische Exklave innerhalb Thüringens war.

Im 16. Jahrhundert erlebte der Eisenbergbau und die Metallverarbeitung einen Boom, der mit dem Dreißigjährigen Krieg beendet wurde, als plündernde kroatische Söldner unter dem kaiserlichen General Johann Ludwig Hektor von Isolani die Stadt 1634 niederbrannten. Ab etwa 1690 unterstützte Herzog Moritz Wilhelm von Sachsen-Zeitz den Wiederaufbau von Suhl als Bergbaustadt.

Der Wiener Kongress 1815 führte zum sächsischen Verlust von Suhl, das nun Teil Preußens wurde. Als Exklave in den Ernestinischen Gebieten gehörte Suhl bis zur Auflösung Preußens 1945 zum Kreis Schleusingen.

Das späten 19. Jahrhundert brachte 1882 den Anschluss an die Eisenbahn und die Industrialisierung der Metallverarbeitung. Um 1920 war Suhl ein Zentrum linksrevolutionärer Gruppen, so dass die Reichswehr während des Kapp-Putsches die Stadt (und die Nachbarstadt Zella-Mehlis) besetzte und den Arbeiteraufstand beendete. Nach 1935 erlebte die Rüstungsindustrie einen weiteren Aufschwung, der durch die NS-Rüstung verursacht wurde. Rund 10.000 Zwangsarbeiter mussten nach 1940 in der Rüstungsindustrie der Stadt arbeiten.

Die US-Armee erreichte Suhl am 3. April 1945 und wurde am 1. Juli 1945 durch sowjetische Truppen ersetzt. Im gleichen Jahr wurde Suhl Teil von Thüringen, das 1952 durch drei Bezirke ersetzt wurde. Suhl wurde zur Hauptstadt des südwestlichen Bezirks und reichte von Bad Salzungen im Nordwesten bis Sonneberg im Südosten mit 550.000 Einwohnern. Während der DDR-Zeit erlebte die aufgewertete Stadt eine Zeit des rasanten Stadtwachstums, das bis heute anhält.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 verlor Suhl mit der Neugründung Thüringens seine Verwaltungsfunktionen und ersetzte die Bezirke. Außerdem brach die Branche zusammen. Beide führten zu einer Strukturkrise, die noch nicht überwunden ist. Seit 1988 ist die Einwohnerzahl von Suhl um rund 35% zurückgegangen.

Wikipedia
Dieser Text basiert auf dem Artikel Suhl aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung).
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Aus dem Englischen übersetzt mit https://www.deepl.com/de/translator

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