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Blankenburg

Blankenburg (Harz) ist eine Stadt und ein Kurort im Harz, in Sachsen-Anhalt, am Nordfuß des Harzes, 19 km südwestlich von Halberstadt.

Es wurde seit einem Brand im Jahr 1836 größtenteils wieder aufgebaut und besitzt ein Schloss mit verschiedenen Sammlungen, ein Antiquitätenmuseum, ein altes Rathaus und Kirchen. Es gibt Kiefernnadelbäder und eine psychiatrische Klinik. Gartenarbeit ist eine Spezialität. Der nahe gelegene Teufelsmauerfelsen bietet einen Blick über die Ebene und in die tiefen Schluchten des Harzes.

Die ersten Spuren der Besiedlung reichen bis in die Altsteinzeit zurück, aber die erste urkundliche Erwähnung von Blankenburg geht auf das Jahr 1123 zurück. Der sächsische Herzog, Lothair von Supplinburg, installierte Poppo, einen Neffen von Bischof Reinhard von Halberstadt, als Grafen auf der Burg, die auf einem nackten Kalksteinfelsen an der Stelle der heutigen Burg stand. Der Name der Stadt leitet sich von dieser Burg ab.

Graf Poppo I. von Blankenburg stammte sehr wahrscheinlich aus dem fränkischen Adelsgeschlecht der Reginbodonen. Seine Nachkommen gehörten auch zur nahegelegenen Burg Regenstein. Dies war ein Lehen aus dem Bistum Halberstadt wie der Landkreis Blankenburg, auch Hartingau genannt. In den Jahren 1180/82 hatte Friedrich Barbarossa Blankenburg verwüstet, weil es dem Welfen, Heinrich dem Löwen, "alleinige Treue" geschworen hatte. 1386 erlitt Blankenburg wieder schwere Zerstörungen.

Nach dem Tod des letzten Grafen von Regenstein, John Ernest, ging die Grafschaft 1599 als vereinbarte Enteignung (erledigtes Lehen) an die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg zurück. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Blankenburg von Wallenstein hart unter Druck gesetzt und 1625 besetzt. Neun Kanonenkugeln, die in die Mauern des Rathauses eingebettet sind, zeugen von dieser schwierigen Zeit.

Die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg verwandelten den Ort im 17. Jahrhundert in eine Zweitwohnung und erlebten seine Blütezeit unter Herzog Louis Rudolf (1690-1731), dem zweiten Sohn von Anthony Ulrich von Wolfenbüttel. 1707 erhielt Rudolf Blankenburg als Paragneusitz. Gleichzeitig wurde die Grafschaft Blankenburg zum Reichsfürstentum erhoben, das bis 1731 unabhängig regiert wurde, aber dann, weil Louis Rudolf Herzog wurde, wieder mit Braunschweig vereint wurde, wo es blieb. Aus dieser Zeit stammt das heutige Kleine Schloss mit seinem Terrassengarten und dem barocken Lustgarten. Von 1807 bis 1813 gehörte Blankenburg zum Königreich Westfalen.

Im Siebenjährigen Krieg war die Stadt aufgrund ihrer absoluten Neutralität ein sicherer Zufluchtsort für das Braunschweiger Gericht. Auch Ludwig XVIII. hielt sich nach seiner Flucht aus Dillingen vom 24. August 1796 bis 10. Februar 1798 unter dem Namen Graf von Lille in Blankenburg auf.

In den ersten Tagen der NS-Zeit wurden diejenigen, die sich dem NS-Regime widersetzten, verfolgt und ermordet. In einer berüchtigten Kampagne des Braunschweiger SS-Kommandanten Jeckeln wurden im September 1933 140 Kommunisten und Sozialdemokraten im Gasthaus Zur Erholung zusammengetrieben. Hier und im Blankenburger Hof wurden sie schwer geschlagen, einige starben daran. Im Zweiten Weltkrieg wurde im Kloster Dr. Dasch (Harzer Werke) das Außenlager Blankenburg-Oesig des Konzentrationslagers Buchenwald errichtet und kurz darauf dem Konzentrationslager Mittelbau-Dora unterstellt. Hier mussten rund 500 Häftlinge in der Klosterfabrik und im Oda-Werk Zwangsarbeit leisten. Darüber hinaus gab es ein von der Gestapo betriebenes Arbeitslager für "Halbjuden", die zu Zwangsarbeit gezwungen waren. Ein weiteres Lager wurde im Februar 1945 von Häftlingen des Außenlagers Auschwitz von Fürstengrube bezogen und als Außenlager Blankenburg Regenstein geführt.

Im Rahmen der Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen 1945 wurde der Bezirk Blankenburg gemäß der Potsdamer Konferenz und dem Londoner Protokoll tatsächlich der britischen Zone zugeordnet. Da der größere östliche Teil des Bezirks jedoch nur durch eine Straße und eine Eisenbahn mit dem Rest der britischen Zone verbunden war, wurde die Grenze angepasst und Blankenburg in die sowjetische Zone integriert. Der größte Teil des Landkreises landete damit später in Ostdeutschland und wurde Teil des Landes Sachsen-Anhalt. Der größte Teil des ehemaligen Freistaates Braunschweig ging in die britische Zone und wurde damit Teil von Niedersachsen.

Die Tunnel der Anlage Regenstein-Blankenburg wurden ab 1974 von der Nationalen Volksarmee (NVA) in der DDR als großes Munitionslager genutzt. 1992 erhielt die Bundeswehr das 8 km lange Tunnelsystem und etablierte sich dort als "größte Untergrundapotheke der Welt": sowohl für den Routineeinsatz der Bundeswehr, aber auch für die Katastrophenhilfe weltweit und für Fälle schwerer militärischer "Operationen".

Wikipedia
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Aus dem Englischen übersetzt mit https://www.deepl.com/de/translator

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