Sie sind hier: Startseite

Groß-Gerau

Booking.com

Groß-Gerau ist der Bezirkssitz des Bezirks Groß-Gerau, der im südlichen Frankfurter Rhein-Main-Gebiet in Hessen liegt und als Drehscheibe für das Umland dient. 1994 fand in der Stadt das 34. Hessentag-Landesfest statt.

Schon zur Römerzeit hatte das Gebiet der heutigen Stadt Groß-Gerau eine große Bedeutung. Ein Fort im Bereich der konstituierenden Gemeinde Auf Esch sicherte einen Brückenkopf für die römische Landeshauptstadt Moguntiacum (Mainz), noch bevor der Limes errichtet wurde und Südhessen römisch wurde. Die Bundesstraße B44 von der Südspitze der alten Fasanerie (bei Auf Esch) nach Dornheim entspricht genau der alten Römerstraße von Mainz über Groß-Gerau nach Ladenburg. Es führte zum Südtor des Forts. Mit der Gründung des Civitas Auderiensiums (Dieburg) wurde das Fort aufgegeben. Das Lager (Vicus) blieb erhalten und wurde zu einem Marktdorf. Dass dieser Vicus und die später erwähnte Wasserburg Dornberg sehr genau übereinstimmten, war kein Zufall.

Die Gerauer Mark (Gerau-Marsch, der Wald zwischen Wallerstädten und Messel) wurde 910 erstmals in einer der Schenkungsurkunden des Mainzer Erzbischofs Hatto I. urkundlich erwähnt. In der Folgezeit herrschten die Dornberger Herren in der Region, wahrscheinlich als Vasallen der Hohenstaufener Kaiser in der Frankfurter Pfalz (1160 wird im heutigen Dornberg eine Grabenburg erwähnt). Nach dem Aussterben der Dornberger Herren kamen die Grafen von Katzenelnbogen als ihre Nachfolger. 1398 gelang es den neuen Oberherren, die Stadtrechte für Groß-Gerau zu erwerben. Im Jahre 1479 starb Graf Philipp der Ältere ohne einen männlichen Erben und das Land ging an Hessen über. Im Jahr 1578 wurde mit dem Bau des Rathauses begonnen. Hier saßen das Schöffengericht und die von den Landgrafen ernannten Schultheißen (etwa "Sheriffs"). Die Stadtkirche von Groß-Gerau wurde 1634 im Dreißigjährigen Krieg von kaiserlichen Truppen niedergebrannt. Landgraf Ludwig VI. von Hessen-Darmstadt erneuerte 1663 das Stadtrecht von Groß-Gerau für eine Zahlung von 24000 Gulden. Dazu gehörten die Abschaffung der Zwangsarbeit, Marktstandabgaben, die Vertretung im Landtag und das Recht, Juden aus der Stadt zu vertreiben.

Im 19. Jahrhundert begann die Industrialisierung auch in Groß-Gerau wie anderswo. Durch die Verbindung zur Hessischen Ludwigsbahn mit der Darmstadt-Mainz-Strecke 1858 und der Frankfurter am Main-Mannheimer-Strecke 1879 (Riedbahn) entstand ein vielfältiges Industrieleben. Die Stadt wurde zum Hauptsitz der metallverarbeitenden Betriebe (FAGRO), der Konservenindustrie (Helvetia), der Käsereien (Groß-Gerau ist der Herstellungsort des Mainzer Käses) und der Zuckerindustrie. Groß-Gerau war von 1869 bis 1871 das Epizentrum einer Reihe von meist schwachen Erdbeben. Ein Plan, zwei Ortsbahnhöfe und die umliegenden Gemeinden zusammen mit einer Straßenbahn Ende des 19. Jahrhunderts zu verbinden, scheiterte, und bis heute gibt es in der Stadt keine Straßenbahnen.

In letzter Zeit hat sich die wirtschaftliche Situation der Stadt und insbesondere des Bezirks verschlechtert. Die relativ hohe Verschuldung und die strenge Kontrolle der öffentlichen Institutionen (insbesondere auf Bezirksebene) durch das Regierungspräsidium in Darmstadt haben dazu geführt.

Der Name Groß-Gerau bedeutet "Große Gerau", und die Stadt teilt ihren Namen mit dem Dorf Klein-Gerau - "Kleine Gerau" - einer Gemeinde von Büttelborn.

Wikipedia
Dieser Text basiert auf dem Artikel Groß-Gerau aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung).
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Aus dem Englischen übersetzt mit https://www.deepl.com/de/translator

Wir nutzen Cookies auf unserer Website um diese laufend für Sie zu verbessern. Mehr erfahren