Deidesheim

Deidesheim ist eine Stadt im rheinland-pfälzischen Landkreis Bad Dürkheim

mit rund 3.700 Einwohnern.

Die Stadt liegt im Nordwesten des Ballungsraums Rhein-Neckar und ist seit 1973 Sitz der Verbandsgemeinde Deidesheim. Die wichtigsten Branchen sind Tourismus und Weinbau. Die beiden größten Volksfeste Deidesheims drehen sich um den Wein: die Geißbockversteigerung und die Deidesheimer Weinkerwe.

Ortsansicht Deidesheim

Kallistratos, Deidesheim, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Der Name Deidesheim wurde 699 erstmals urkundlich erwähnt,

obwohl die Stadt, die heute an ihrem jetzigen Standort steht, erst im 13. Jahrhundert um die ehemalige Burg Deidesheim herum entstand. Ab 770 gibt es hier Belege für den Weinbau. Deidesheim war Anfang des 19. Jahrhunderts der erste Ort in der Pfalz, dessen Weingüter Qualitätsweine anbauten. Deidesheim ist heute eines der größten Weinbauzentren der Pfalz.

Die erste Erwähnung des Ortsnamens im Jahr 699 erfolgte in einer Urkunde, in der der lotharingische Adlige Erimbert dem Kloster Weißenburg im Elsass (in der heutigen französischen Stadt Wissembourg) Güter unter seinem Besitz vermachte. Weitere Erwähnungen fanden sich in Dokumenten der Abtei Fulda (770 oder 771) und der Abtei Lorsch (791), in der Deidesheim bereits als Weinbauzentrum bezeichnet ist. In dokumentarischen Erwähnungen aus dem Früh- und Hochmittelalter geht es jedoch um verschiedene besiedelte Orte, die nicht an der heutigen Stelle der Stadt, sondern anderswo in einem größeren Stadtgebiet um Deidesheim lagen. Fränkische Gräberfelder in und um die Nachbargemeinde Niederkirchen bei Deidesheim lassen den Schluss zu, dass es zumindest schon im 6. Jahrhundert einzelne Siedlungen gab, die zum Teil aufgegeben wurden. Die erste urkundliche Erwähnung bezieht sich vermutlich auf das benachbarte Niederkirchen. Als das heutige Deidesheim als Siedlung neben Niederkirchen entstand, ist nicht mit Sicherheit bekannt; erst mit dem Bau der Fürstbischöflichen Burg, Schloss Deidesheim, wurden die beiden Zentren voneinander getrennt, und dafür stammen die ersten Zeugnisse aus dem Jahr 1292. Die erste bestätigte Unterscheidung zwischen Niederdeidesheim - dem heutigen Niederkirchen - und Oberdeidesheim - dem heutigen Deidesheim - erfolgte erst im 13. Jahrhundert.

Im frühen Mittelalter befand sich Deidesheim hauptsächlich im Besitz von Erimbert und seinen Nachkommen. Unter ihnen waren einige Grafen von Metz, oberschwäbische Herzöge und Salier, die fast 400 Jahre in Deidesheim waren, bis Heinrich IV. (1056) und Markgräfin Matilda von Toskana (1086) ihre Deidesheimer Bestände aufgaben und sie dem Domkapitel oder dem Speyerer Kloster St. Guy schenkten. Wenig später ging Deidesheim in die Hände der Speyerer Fürstbischöfe über und gehörte von nun an dem Fürstbistum Speyer. Weitere, aber weniger wichtige Bestände in Deidesheim im frühen Mittelalter befanden sich im Besitz der Abtei Lorsch und des Bistums Worms.

Wie die Aufzeichnungen des Bistums Speyer bestätigen, entwickelte sich Deidesheim schnell zu einem wirtschaftlich wichtigen Zentrum, zu dem finanzstarke Juden beitrugen, die bis zu den Pogromen während der Zeit der Pest um 1349 eine eigene Gemeinde mit einer Synagoge in Deidesheim hatten.

Mit dieser Entwicklung entstand der Wunsch der Stadtbewohner, der blühenden Gemeinschaft mehr Schutz vor Angriffen zu bieten, der schließlich 1360 vom Bischof von Speyer Gerhard von Ehrenberg mit der Erteilung der Befestigungsrechte an Deidesheim gewährt wurde. Am Valentinstag 1395 verlieh der böhmische König Wenzel (Wenzel, Václav) Deidesheim das Stadtrecht. Diese wurden - wie damals üblich - nicht an die Stadt selbst, sondern an den Bischof von Speyer weitergegeben, da er der Herr der Stadt war.

Die Festung konnte der Stadt in Kriegszeiten nur begrenzten Schutz bieten. Die Stadt wurde 1396, 1460, 1525, 1552, mehrmals im Dreißigjährigen Krieg und 1689 und 1693 (Neunjähriger Krieg) erobert, dabei manchmal geplündert und in Brand gesetzt.

Ratssaal im Historischen Rathaus

Kallistratos, Ratssaal Deidesheim, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Mit der Invasion durch französische Milizen ging Deidesheim 1794 an Frankreich über. Obwohl es 1795 von kaiserlichen Truppen zurückerobert wurde, fiel es bald wieder an Frankreich und blieb unter französischer Verwaltung, bis Napoleons Oberherrschaft 1814 zusammenbrach. Deidesheim gehörte ab 1816 nach der vom Wiener Kongress vorgeschriebenen neuen Gebietsordnung zum Königreich Bayern als Teil des Rheinkreises, der ab 1838 den Namen Pfalz trug. 1819 wurde das abseits gelegene Zentrum von Niederkirchen, das lange Zeit als konstituierende Gemeinde von Deidesheim galt, aus der Stadt herausgelöst und ist seither eine eigenständige Gemeinde.

1865 erwarb Deidesheim einen Anschluss an die neue Bahnstrecke Bad Dürkheim - Neustadt an der Weinstraße. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es weitere industrielle Errungenschaften. 1894 erhielt Deidesheim ein Gaswerk, 1896 eine elektrische Beleuchtung, 1897 ein lokales Stromnetz und 1898 wurde die Stadt an eine öffentliche Wasserleitung angeschlossen. Darüber hinaus verfügten Ende des 19. Jahrhunderts alle wichtigen Güter über einen Telefonanschluss.

Nach dem Ersten Weltkrieg 1918 zogen französische Truppen in die Stadt.

Hier wurden Truppenteile untergebracht. Dies hielt an, bis Frankreich sich im Juli 1930 aus dem Rheinland zurückzog. Im August 1921 kam es bei Deidesheim zu einem großen Waldbrand, bei dem rund 300 ha Wald brannten, davon 130 ha im Deidesheimer Stadtwald. Für die Brandbekämpfung wurden alle Deidesheimer Männer ab 17 Jahren rekrutiert. Das Löschen des Feuers dauerte drei lange Tage und Nächte.

Während des Zweiten Weltkriegs blieb Deidesheim zunächst weitgehend von großen Kriegsschäden verschont, aber dann, am 9. März 1945, kurz vor Kriegsende, wurde die örtliche Krankenstation von einer Bombe getroffen, die neun Menschen tötete. Am 21. März 1945 zogen amerikanische Truppen in die Stadt und beendeten den Krieg, zumindest in Deidesheim.

Mit der Gründung des Landes Rheinland-Pfalz 1946 befand sich Deidesheim in ihm und nicht mehr in Bayern. 1968 erhielt Deidesheim die Bezeichnung Luftkurort. Deidesheim bildet seit 1972 neben Forst an der Weinstraße, Ruppertsberg, Niederkirchen und Meckenheim die Verbandsgemeinde Deidesheim.

Mit allen Besuchen hochrangiger ausländischer Staatsgäste, die der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl zwischen 1989 und 1997 nach Deidesheim eingeladen hatte, kam eine große Medienpräsenz hinzu. Häufig wurde den Staatsgästen das Gericht Pfälzer Saumagen serviert. Die Staatsgäste, die mit Kohl kamen, waren die britische Premierministerin Margaret Thatcher (April 1989), der sowjetische Präsident Michail Gorbatschow (November 1990), der kanadische Premierminister Brian Mulroney (Juni 1991), der US-Vizepräsident Dan Quayle (Februar 1992), der tschechische Präsident Václav Havel (Oktober 1993), der russische Präsident Boris Jeltsin (Mai 1994), der britische Premierminister John Major (Oktober 1994) sowie der spanische König und Königin Juan Carlos I und Sofía (Juli 1997):89-91.

Deidesheim ist seit Anfang 2009 die erste Stadt in Rheinland-Pfalz, die Mitglied der Cittàslow-Bewegung ist, zu deren Zielen die Verbesserung der Lebensqualität und die Förderung der kulturellen Vielfalt in den Städten gehören.

Wikipedia
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Aus dem Englischen übersetzt mit https://www.deepl.com/de/translator

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