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Aussig

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Ústí nad Labem, früher unter dem deutschen Namen Aussig bekannt, ist die siebtgrößte Stadt Tschechiens.

Sie ist die Hauptstadt ihrer gleichnamigen Region und ihres Bezirks. Ústí liegt in einem Berggebiet am Zusammenfluss von Bílina und Elbe. Es ist ein bedeutendes Industriezentrum und nicht nur ein aktiver Flusshafen, sondern auch ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt.

Der Name Ústí nad Labem setzt sich aus der altböhmischen ustie ("Flussmündung") und Labe ("Elbe") zusammen. Es bedeutet also wörtlich "Mund auf die Elbe", bezogen auf seine Lage am Zusammenfluss der Bilina mit der Elbe. Im Volksmund ist es kurz als Ústí bekannt.

Der tschechische Name wurde als Aussig oder Außig germanisiert.

Vor der tschechoslowakischen Unabhängigkeit inmitten der Auflösung Österreich-Ungarns nach dem Ersten Weltkrieg war die Stadt in der Regel als Aussig, manchmal aber auch als Aussyenad, Labem oder Oustí nad Labem bekannt.

Bereits 993 wurde Ústí nad Labem als Handelsplatz erwähnt. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts lud König Otakar II. von Böhmen deutsche Siedler ins Land ein und gewährte ihnen eine deutsche Form der Gemeindegründung, wodurch die Stadt selbst gegründet wurde. 1423 verpfändete Sigismund als König von Böhmen die Stadt an Kurfürst Friedrich I. von Meißen, der sie mit einer sächsischen Garnison besetzte.1426 wurde sie von den Hussiten belagert: Eine deutsche Armee von 70 000 Mann wurde zu ihrer Erleichterung geschickt, aber die 25 000 Belagerer besiegten sie am 16. Juni inmitten eines großen Schlachtfestes; am nächsten Tag stürmten und zerstörten sie die Stadt. Sie blieb drei Jahre lang liegen, bevor der Wiederaufbau 1429 begann.

Ústí wurde 1583 erneut niedergebrannt und 1639 inmitten des Dreißigjährigen Krieges von den Schweden geplündert. Es litt auch während des Siebenjährigen Krieges schwer und befand sich während der Napoleonischen Kriege in der Nähe der Schlacht von Kulm 1813 zwischen Frankreich und dem Bündnis von Österreich, Preußen und Russland. Noch 1830 betrug seine Einwohnerzahl nur 1400.

Als Teil des Königreichs Böhmen wurde es schließlich in Österreich eingegliedert und im 19. Jahrhundert stark industrialisiert.

Nach dem Kompromiss von 1867 leitete sie den Aussig-Kreis, eine der 94 Bezirkshauptmannschaften Österreichs. In den 1870er Jahren war sie mit nur 11 000 Einwohnern ein bedeutender Produzent von Wollwaren, Leinen, Papier, Schiffen und Chemikalien und betrieb einen großen Handel mit Getreide, Obst, Mineralwasser, Holz und Kohle. Bis 1900 hatte die groß angelegte Einwanderung die Bevölkerung auf fast 40.000, meist deutsche, Menschen angewachsen und ihr Handwerk um Glas- und Steinarbeiten erweitert. Der lokale Flusshafen wurde zum verkehrsreichsten im gesamten österreichisch-ungarischen Reich und übertraf sogar den Seehafen von Triest.

Die Fabriken von Aussig - wie es damals bekannt war - waren ein frühes Zentrum der Nationalsozialismusbewegung. Die Deutsche Arbeiterpartei in Österreich wurde am 15. November 1903 gegründet und begründete später die Sudetendeutsche Partei und den Österreichischen Nationalsozialismus. Ihre Bücher wurden auch nach der Gründung der Tschechoslowakei 1918 in Ústí weiter gedruckt. Während der Volkszählung 1930 lebten in Ústí nad Labem 43 793 Einwohner: 32 878 galten als deutsche, 8 735 tschechische oder slowakische, 222 Juden, 16 Russen und 11 Ungarn. Ústí wurde im Oktober 1938 im Rahmen des Münchner Abkommens an Nazi-Deutschland mit dem Rest des Sudetenlandes abgetreten. An Silvester dieses Jahres brannten die Nazis die örtliche Synagoge nieder; an ihrer Stelle wurde später eine Fleischfabrik errichtet. Die jüdische Gemeinde in Ústí nad Labem wurde im Laufe des Zweiten Weltkriegs mitten im Holocaust größtenteils vernichtet. Im April 1945 wurde die Stadt von den Alliierten schwer bombardiert.

Im Rahmen der Potsdamer Konferenz und der Beneš-Dekrete wurde die Stadt in der Tschechoslowakei wieder aufgebaut und fast die gesamte bisherige Bevölkerung als Deutsche ausgewiesen. Im Mai 1948 verabschiedete die kommunistische Regierung eine neue Verfassung, die eine Volksrepublik ausrief. Der Kommunismus setzte sich fort, bis der Fall der Berliner Mauer 1989 eine Reihe von Ereignissen auslöste, die heute als Samtene Revolution bekannt sind. Heute ist Ústí nad Labem eine große Industriestadt der Tschechischen Republik mit einer bedeutenden Chemie-, Metall-, Textil-, Lebensmittel- und Werkzeugmaschinenindustrie.

Wikipedia
Dieser Text basiert auf dem Artikel Ústí nad Labem aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung).
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Aus dem Englischen übersetzt mit https://www.deepl.com/de/translator

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